Junge SchriftstellerInnen

  Esra Gündüz (14)

 

 Ich verstehe nicht

Ich verstehe nicht, wieso ich keinen festen

Freund haben darf.

Ich verstehe nicht, wieso ich mein Zimmer

jeden Tag aufräumen muss.

Ich verstehe nicht, wieso Kleinkinder vor

dem Zahnarzt Angst haben.

Ich verstehe nicht, wieso meine Schwester

älter ist als ich.

Ich verstehe nicht, wieso man immer Geld

ausgibt.

 

Manchmal verstehe ich das Leben nicht.

 

Ich verstehe nicht, wieso ich nicht fortgehen

darf.

Ich verstehe nicht, warum ich kein eigenes

Zimmer habe.

Ich verstehe meine Eltern nicht, wenn sie

streiten.

Ich verstehe manche Menschen nicht, wenn

sie ihre Wut auf andere Menschen auslassen.

Ich verstehe mich mit meiner Tante nicht.

Ich verstehe nicht, wieso Schüler und

Schülerinnen schon um acht Uhr in der

Schule sein müssen.

Ich verstehe meine Schwester nicht, wenn

sie zwei Stunden vor dem Fernseher sitzt.

Ich verstehe nicht, wieso man jeden Tag in

die Schule gehen muss.

Ich verstehe nicht, wieso so viele Menschen

Fehler machen.


 

 

Danka Rankovic (12)

 

 Kürzlich wurden die idealen Lehrer bei uns
in der Berufsschule vorgestellt.

 

Sie sind mit Garantie immer nett,

und schreien nie.

Hausübungen gibt es auch keine.

In der Stunde wird das gemacht,

was Kinder wollen z.B.:

Wenn wir Lust auf Eiscreme haben,

bekommen wir sie auch.

Wenn wir Lust auf Sport haben,

gehen wir entweder raus oder in den

Turnsaal.

Diese Lehrer unterrichten, die Fächer, die wir

wollen.

Schularbeiten, das gibt es bei uns nicht!

Die Lehrer machen stattdessen lustige Tests

und die Belohnungen sind Süßigkeiten.

Wenn die Lehrer uns auf die Nerven gehen,

dann drückt man einfach auf den Knopf, der

an ihrem Kopf ist, und sie sind aus.

Man muss die Batterie erst nach vier Jahren 

wechseln.

Die halten genug aus.

 

Also, die perfekten Lehrer - jetzt überall im

Handel um nur 50 €!

Und an allen Schulen gratis!

 

 

Manuel Dotzer (12)

 

Die idealen Lehrer

 

Auf einer Schulmesse wurden die idealen 

Lehrer vorgestellt.

 

Sie sind mit Garantie leicht zu bedienen,

kabellos und wasserdicht.

Sie tragen immer ein aktuelles Design mit

kräftigen Farben, wie man es aus den

teuersten Modemagazinen kennt.

Sie geben keine Hausübungen, das kommt

von der neuen Software.

Sie sind immer höflich, witzig und schreien

nicht.

Ihr Lieblingssatz ist: "Heute ist keine

Aufgabe!"

Sie schreiben nicht an der Tafel, schicken

keinen vor die Tür.

Wenn man sie freundlich behandelt, kichern

sie leise.

Braucht man sie nicht, gehen sie in den

Ruhe-Modus.

Sie sind ziemlich einfach zu ernähren, am

Rücken ist ein Akku angebracht.

 

 

Sona Gamburjan (14)

 

Fahne

Ich
Ich mag
Ich mag gerne
Ich mag gerne, dass
Ich mag gerne, dass ich
Ich mag gerne, dass ich in
Ich mag gerne, dass ich in der
Ich mag gerne, dass ich in der Badewanne
Ich mag gerne, dass ich in der Badewanne bin
Ich mag gerne, dass ich in der Badewanne bin und
Ich mag gerne, dass ich in der Badewanne bin und alle
Ich mag gerne, dass ich in der Badewanne bin und alle Lichter
Ich mag gerne, dass ich in der Badewanne bin und alle Lichter ausgeschalten
Ich mag gerne, dass ich in der Badewanne bin und alle Lichter ausgeschalten sind.

dunkel
gelb
rot
romantisch
Wasser
Wohlfühlen
schlafen
Kerze
alleine
nachdenken
märchenhaft
fantasieren

 

Flutura Ademi (12)

 

Du hast das Gefühl verfolgt zu sein,

du hast alles was du willst,

bist trotzdem unglücklich,

du schämst dich auch nicht für den, der du schon

bist, eigentlich,

du hörst Musik, wenn du traurig bist,

doch trotzdem hast du Panik für deine Zukunft,

du hast ein Geheimnis und kannst es nur den

Freunden erzählen,

du hast nur Konflikte mit den Eltern,

du hast Schiss, dass dein Geheimnis wieder

passiert und dein ganzes Leben verändert,...

Du brauchst keinen Schiss haben für all' diese

Sätze, denn du hast die 3A, die dir hilft und dich

rettet.

Du hast gute Freunde, die dich aus diesem

Geheimnis holen und dir weiterhelfen mit deinen

Problemen.

Du bist auch immer für sie da, weil du sie liebst,

wie eine Familie. 

 

 

Christelle Angelica (14)
 
Christelle's Seite
 
 
Sitzengeblieben
 

... Nein. Das geht nicht. Das geht überhaupt nicht.

S-sitzengeblieben ... Das kann nicht wahr sein ...

Wie werden meine Eltern reagieren? Ich habe bald

keinen Kopf mehr! Sie sind ja die strengsten Eltern

der ganzen Welt und sind ja auch die echten

schulsüchtigen Leute. Sie wollen immer, dass ich

auf alles einen Einser habe. Mein kleiner Bruder ist

auch so ein Schulsüchtiger. Er glaubt, dass er der

Boss vom Universum ist und kriegt alles, was er

will ...

... Ich kann nicht nach Hause kommen ... Ich kann

das nicht, das kann ich einfach nicht.

Ich will diesen Augenblick wegdrehen und

weglaufen vor lauter Angst.

... Meine Beine gehen so einfach weiter, und 

wollen auf keinen Fall stehenbleiben ...

Ich schau wieder auf mein Zeugnis. Dieser

hässliche Satz steht da - klar und deutlich.

Ich stehe jetzt vor der Haustür. Dann frage ich

mich, warum ich schon da bin. So schnell, viel zu

schnell. Die Zeit soll langsamer vergehen, aber es

ist nicht so.

Ich öffne sehr langsam die Tür. So langsam, dass

mich niemand hören kann. Ich höre meine Mutter

und meinen Bruder im Wohnzimmer. Sie reden

gerade über sein Zeugnis, das voraussichtlich gut

ist, weil er irgendwie stolz klingt.

Ich warte bis er weggeht, damit er nicht beim

Schreien mitmachen kann. Als er in sein Zimmer

geht, gehe ich leise ins Haus. Meine Mutter sieht

mich und lächelt.

Ich nehme einen großen Atemzug und gehe nervös

ins Wohnzimmer und setze mich langsam auf das

Sofa. Ich lege das schreckliche Blatt auf den

Ecktisch. Es war alles ganz still. Da überkommt

mich ein Zittern. Ich verstecke mich hinter einem

Kissen und stelle mir vor, dass sich meine Mutter

wegen meiner Noten NICHT aufregt. Sie wird mich

umarmen und sagen: ,„Das kann jedem

passieren", und ich werde kein PC-Verbot

bekommen.

Aber ... leider ... nein!


Sie fängt an zu schreien. „Ich hab mehr von dir

verlangt!! Schau deinen Bruder an!" ..... bla bla

bla. Ich gib keinen Scheiß auf meinen Bruder. Ich

bin ich und er ist er. Der ist mir egal! ... bla bla bla

... „COMPUTERVERBOT" ... bla bla bla!! Ich drücke

das Kissen fester an mein Gesicht und spüre, wie

das Blut in meinen Kopf rinnt. Ich will

zurückschreien - extrem laut und deutlich

zurückschreien - lauter und deutlicher als ich

jemals geschrien habe. Ich will meinen Ärger in die

Freiheit rauslassen, sowie ich es noch nie in der

Vergangenheit getan habe ...

... aber, es geht nicht. Etwas drückt mich fest

zurück - nicht das Kissen - da ist etwas in meinem

Kopf: Respekt! ..... wie unfair!

Ups ... was ist da los ... sie schreit ja gar nicht

mehr ... Ich gebe das Kissen weg. Da sehe ich,

dass sie neben mir auf dem Sofa sitz und in die

Luft starrt.

Sie schaut mich an. Ich schaue sie an. Auf einmal

umarmt sie mich und sagt: „Das kann leider jedem

passieren. Es ist passiert und wir können nichts

daran ändern." Sie lächelte: „Aber du kriegst

trotzdem PC-Verbot, die ganzen Sommerferien

lang."