Theorie

REFORM DER ERZIEHUNG

 

Reformpädagogik ist die Sammelbezeichnung für das Bestreben von Erneuerung von Erziehung, Schule und Unterricht in Europa und den USA zwischen den Jahren 1890 und 1930.

In Deutschland wurde Reformpädagogik auch pädagogische Bewegung genannt. Ihr grundlegendes individualistisches Erziehungsprinzip liegt in der Selbständigkeit des Heranwachsenden, für eine ungehinderte Entwicklung und Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit. Die Rolle der Gemeinschaft und ein lebendiges Schulleben wird hervorgehoben. Soziale und politische Bildung wird angestrebt. Es entstanden neue Schul- und Unterrichtsformen (Gesamtunterricht, Gruppenunterricht, Schülermitverantwortung, Arbeitsgemeinschaften, Werken als praktisches und didaktisches Unterrichtsprinzip, Gymnastik im Sinne musischer Erziehung oder Sprachgestaltung etc.).

Die Reformpädagogen sahen in der Jugend das Potential der Erneuerung der Gesellschaft. Das Neue wird gesucht, das Alte in Frage gestellt. Dies brachte Individualismus, aber auch Ängste, Zweifel gegenüber Regeln und Unsicherheit wegen des Traditionsverlustes. Kennzeichnend für das Erziehungsgeschäft war die Unsicherheit einer Generation, die nicht mehr von der Selbstverständlichkeit ihrer Lebensordnung überzeugt ist. Auch die Psychoanalyse hat deutlichen Einfluss auf die Reformpädagogik genommen.

Drei europäische Klassiker haben für die Reformpädagogik Pate gestanden:

J.J. ROUSSEAU (1712 - 1778): "Nur das ungehemmte Kind kann die Notwendigkeit der Ausrichtung auf das Allgemeinwohl einsehen."

J.H. PESTALOZZI (1746 - 1827): Lebensaufgabe - Erziehung des armen Volkes. In seinen Erziehungsanstalten strebte er eine Verbindung von Elementarbildung und Arbeit an. Oberstes Ziel: Selbstentfaltung des Menschen.

F. FROEBEL (1782 - 1852): "Die Arbeit beim Erwachsenen ist beim Kinde Spiel." (Kleinkindpädagogik)

Einige Vertreter der Reformpädagogik:

John DEWEY, Maria MONTESSORI, Celestin FREINET, Rudolph STEINER, Alexander NEILL u.v.a.