Gemeinsamkeiten

 

Lernen kann nicht als ein System des Wissens und der Verhaltensform an die Heranwachsenden weitergegeben werden, weil die Kultur nicht als ein Besitz verstanden werden kann, den eine Generation an die andere weitergibt. Kultur ist eine Aufgabe, sie ist Hoffnung für die nächste Generation. Kultur ist ständig in Veränderung begriffen und nur soweit tradierbar, als sie dem Leben der jungen Generation entspricht. Pädagogik muss von der jungen Generation her neu durchdacht, von den Bedürfnissen der Kinder her immer wieder befragt und neu konzipiert werden. Das Sozialleben der Kinder wird neu entdeckt: Wie soll es sich vollziehen? Wie kann es aus den zerstörerischen Prozessen des städtischen und industriellen Lebens herausgehalten werden? Landerziehungsheime, Kinderrepubliken, sozialpädagogische Einrichtungen entstehen.

Es soll zwischen Lernumwelt und praktischer Welt vermittelt werden. Die Reformpädagogen fordern eine entsprechende Lernumgebung und Lernbedingungen für den Gebrauch der Körpers, der Sinne und des Verstandes. Auf dem Gebiet der Ästhetik und der Moral ist über Stätten der Behütung und der Entwicklung nachzudenken, in denen Kinder nicht bloß mit dem Alltäglichen konfrontiert werden, sondern das Mögliche einer gestalteten Welt und einer moralisch-religiös-politischen Ordnung erfahren können.